Ab wann darf man sich verloben?

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Eine Verlobung ist zwar im rechtlichen Sinne keine Verpflichtung zur späteren Eheschließung und kann jederzeit mit einem einzigen Satz wieder gelöst werden, aber dennoch ein gewichtiges Versprechen. Daher ist sie nicht mit jedem Alter möglich, sondern ähnlich einer Heirat an gewisse Mindestgrenzen gebunden.

Welches Mindestalter gilt für eine Verlobung?

Zum Schutz von Minderjährigen ist eine Verlobung in Deutschland nur dann rechtlich zulässig, wenn beide Verlobten mindesten 16 Jahre alt sind. Für die spätere Heirat sind die Vorgaben noch etwas strenger, hier muss mindestens ein Partner bereits das 18. Lebensjahr erreicht haben, also volljährig sein. Zusätzlich muss das zuständige Familiengericht der Heirat zustimmen, eine Einwilligung der Eltern des Paares reicht nicht aus.

In Österreich und der Schweiz sind die Regelungen, wie auch im Rest von Europa, ähnlich. Eine Verlobung ist im Regelfall ab 16 möglich, eine Heirat erfordert meist, dass beide zukünftigen Eheleute das 18. Lebensjahr erreicht haben oder eine offiziell genehmigte Ausnahme vorliegt, die an ganz konkrete Umstände gebunden ist.

Diese europaweit sehr homogene Festlegung knüpft eng an die uneingeschränkte Geschäftsfähigkeit an, also die Möglichkeit, Willenserklärungen rechtswirksam und ohne Zustimmung Dritter abzugeben. Der Gedanke dahinter ist: Wenn jemand eine sehr gewichtige Entscheidung trifft, die das zukünftige Leben in entscheidender Weise beeinflusst, soll sichergestellt sein, dass die Tragweite erkannt werden kann und die nötige geistige Reife vorhanden ist.

Wie alt sind Paare bei der Verlobung im Durchschnitt?

Seit etwa 1962 steigt das durchschnittliche Alter, in dem sich Paare verloben, und dann meist binnen eines Jahres heiraten, langsam aber kontinuierlich an. Damals lag das durchschnittliche Verlobungsalter noch bei 27 Jahren, nach den neusten Daten aus dem Jahr 2020 sind wir inzwischen bei einem vollen Jahrzehnt mehr, 37 Jahren, angelangt.

Einer der Gründe für dieses Phänomen ist das gewandelte Bild einer Partnerschaft. Die Zeiten, in denen es als ideal galt, dass der Mann arbeiten geht während die Frau sich zu Hause um die Kinder und den Haushalt kümmert, sind zum Glück vorbei. Auch wenn in Führungsposition von echter Gleichberechtigung von Männern und Frauen noch keine Rede sein kann, die beruflichen Chancen für Frauen sind heute weit besser als Mitte oder Ende des letzten Jahrtausends. So ist es auch kein Wunder, dass immer mehr Frauen den ersten Schritt wagen und selbst einen Heiratsantrag machen, statt darauf zu warten, dass der Partner den Kniefall wagt.

Hinzu kommt: Gerade bei Akademikerinnen und Akademikern findet der Berufseinstieg relativ spät statt, oft erst mit Ende 20. Der Fokus liegt dann einige Zeit auf der Karriere, denn trotz verbesserter Angebote für Kinderbetreuung und flexiblere Arbeitszeiten sowie Home Office, zu Heiraten und eine Familie zu gründen bedeutet immer noch in viel zu vielen Berufen, dass die Aufstiegschancen schwinden. Nicht zuletzt, weil Teilzeittätigkeiten nicht der gleiche Stellenwert zuerkannt wird, wie einer Vollzeitbeschäftigung.

Was ist das ideale Verlobungsalter?

Wann der richtige Zeitpunkt für eine Verlobung und die folgende Heirat gekommen ist, entscheiden Sie ganz alleine. In einer stabilen und finanziell abgesicherten Beziehung spricht aber absolut nichts dagegen, diesen Schritt zu wagen. Versuchen Sie nicht, den perfekten Zeitpunkt zu finden, denn der existiert nicht. Gründe die gegen eine Verlobung sprechen, findet jeder, wenn er nur lange genug danach sucht. Daher gilt: Trauen Sie sich, wenn rational betrachtet nichts gegen den nächsten Schritt spricht, sollten Sie die Gelegenheit beim Schopf packen.

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